Panasonic Lumix L10: Daten, Stärken, Schwächen
Ein Four-Thirds-Sensor hinter einem Leica-Zoom mit 24–75 mm Kleinbildäquivalent, der bei f/1,7 beginnt, dazu Videodaten, die Panasonic sonst seinen Systemkameras vorbehält. Was ihr fehlt, steht in Panasonics eigenen Unterlagen: eine Stabilisierung im Gehäuse und eine Abdichtung.
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Das Fazit
Die meisten Edelkompakten setzen eine Festbrennweite vor einen großen Sensor. Die L10 geht den anderen Weg: ein 20,4-MP-Sensor im 4/3-Typ und ein Leica DC Vario-Summilux, das 24–75 mm Kleinbildäquivalent bei f/1,7–2,8 abdeckt. Gegenüber den APS-C-Kompakten mit Festbrennweite geben Sie Sensorfläche ab und bekommen dafür einen Zoom, der am langen Ende noch f/2,8 schafft.
Beim Video hat Panasonic nicht gespart: 5,6K mit 59,94p, C4K und 4K mit 119,88p, 4K60 All-Intra mit 600 Mbit/s und V-Log, alles auf SD-Karte. Die Grenzen nennt Panasonic gleich mit. Stabilisiert wird nur optisch im Objektiv, auf zwei Achsen und ohne Angabe in Stufen; laut Handbuch ist das Gehäuse weder staub- noch spritzwassergeschützt, und für C4K mit 120p nennt Panasonic eine Daueraufnahme von ca. 5 Minuten (23 °C, Kaltstart).
Damit ist die L10 eine Kamera für Reisefotos und kurze Videoclips in einem Gehäuse von 508 g. Wer Fotos mit einer einzigen Brennweite macht, bekommt bei einer APS-C-Kompakten mehr Sensor; wer lange Takes mit hoher Bildrate braucht, für den ist sie nach Panasonics eigenen Angaben nicht gebaut.
- Gesamtnote
- 8,4/10
- Bildqualität
- 8,0
- Autofokus
- 8,4
- Video
- 9,0
- Geschwindigkeit
- 8,6
- Handling und Bauweise
- 8,0
| Vorgestellt | 12. Mai 2026 |
|---|---|
| Sensor | Rückseitig belichteter CMOS im 4/3-Typ, ca. 20,4 effektive Megapixel (26,5 gesamt); Panasonic nennt keine Abmessungen in mm |
| Auflösung | 5.200 × 3.904 (4:3); breiter bei 3:2 (5.408 × 3.608) und 16:9 (5.664 × 3.192) |
| Objektiv | Leica DC Vario-Summilux 10,9–34 mm, 24–75 mm KB-äquivalent bei 4:3, 3:2 und 16:9 (28–88 mm bei 1:1); 11 Linsen in 8 Gruppen, davon 5 asphärisch; Filtergewinde 43 mm |
| Blende | f/1,7 im Weitwinkel, f/2,8 im Tele, bis f/16; 9 Lamellen |
| Naheinstellgrenze | 50 cm bis unendlich; AF-Makro ab 3 cm (Weitwinkel) bzw. 30 cm (Tele); max. Abbildungsmaßstab 0,22x (0,48x KB-äquivalent) |
| Stabilisierung | POWER O.I.S. im Objektiv, 2 Achsen; keine Angabe in Stufen. Elektronischer Stabilisator für Video, nicht bei Zeitlupe/Zeitraffer, Live-Cropping und über 100p |
| Autofokus | Phasenerkennung mit 779 Punkten, dazu Kontrast-AF (315 Felder) und DFD; −5 bis 18 EV (f/1,7, ISO 100, AFS) |
| Motiverkennung | Mensch, Tier, Auto, Motorrad/Fahrrad, Zug, Flugzeug |
| Serienbilder | Mechanischer Verschluss: 11 B/s (AFS/MF), 9 B/s (AF-C). Elektronisch: bis 30 B/s (SH30), auch als Pre-Burst |
| Puffer | H/M/L: mehr als 55 RAW oder mehr als 100 JPEG; SH30: 45 Bilder (RAW, RAW+JPEG oder JPEG), Panasonic-Testbedingungen |
| Verschlusszeiten | Mechanisch 60 s bis 1/2.000 s; elektronisch bis 1/32.000 s |
| ISO | 100–25.600 (erweitert 50); V-Log 500–12.800 (erweitert 125) |
| Video | 5,6K 5.632 × 2.976 mit 59,94p, 300 Mbit/s, 4:2:0 10 Bit H.265; C4K/4K mit 119,88p, 300 Mbit/s; C4K/4K mit 59,94p, 600 Mbit/s 4:2:2 10 Bit All-Intra; Full HD mit 239,76p |
| Log und HDR | V-Log, HLG; kein RAW-Videoformat aufgeführt |
| Belichtungsspielraum (V-Log) | 13+ Stufen bei Sensorausgabe bis 60 B/s, 12+ Stufen darüber (Panasonic) |
| Aufnahmegrenzen | Neue Datei nach 30 Min. (unter 72 Mbit/s) bzw. 3 Std. 4 Min. (ab 72 Mbit/s). Temperaturgrenze bei 23 °C, Kaltstart, Thermal Management „Standard“: C4K 120p ca. 5 Min., C4K 60p 4:2:2 ca. 10 Min., C4K 30p ca. 15 Min.; bei „Hoch“: 6, 10 und 20 Min. |
| Sucher | 0,39-Zoll-OLED, ca. 2,36 Mio. Punkte, 0,74x (KB-äquivalent), 100 % Bildfeld, 20 mm Augenabstand |
| Monitor | 3,0-Zoll-Touch-LCD, frei dreh- und schwenkbar, ca. 1,84 Mio. Punkte |
| Speicher | SD / SDHC / SDXC; UHS-I und UHS-II U3, UHS-II V90 SDXC. Laut Teileübersicht im Handbuch ein Kartenfach |
| Akku | DMW-BLK22 (7,2 V, 2.200 mAh): ca. 420 Aufnahmen mit Monitor, 410 mit Sucher (nach CIPA); bis 1.000 im Energiesparmodus des Suchers |
| Anschlüsse | USB-C (10 Gbit/s) mit Stromversorgung, Laden und UVC-Webcam-Modus; 3,5-mm-Mikrofon; WLAN 2,4/5 GHz; Bluetooth 5.0 |
| Abdichtung | Keine. Laut Panasonic-Handbuch weder staub- noch spritzwassergeschützt noch wasserdicht |
| Gewicht | Ca. 508 g mit Akku, SD-Karte und Blitzschuh-Abdeckung; 425 g Gehäuse mit Blitzschuh-Abdeckung |
Werte aus Panasonics Datenblatt zur DC-L10 und der Bedienungsanleitung, geprüft am 16. Oktober 2026.
Stärken
- Zoom mit 24–75 mm KB-Äquivalent, f/1,7 bei 24 mm und noch f/2,8 bei 75 mm
- 5,6K mit 59,94p und C4K/4K mit 119,88p, jeweils 300 Mbit/s, intern aufgezeichnet
- 4K60 All-Intra mit 600 Mbit/s in 4:2:2 10 Bit, dazu V-Log und HLG
- Phasen-AF mit 779 Punkten und Erkennung von Menschen, Tieren und Fahrzeugen
- Dreh- und schwenkbarer 3,0-Zoll-Monitor plus Sucher mit 2,36 Mio. Punkten bei 508 g
- 30 B/s elektronisch, mit Pre-Burst
Zu bedenken
- Keine Stabilisierung im Gehäuse: nur O.I.S. im Objektiv auf 2 Achsen, ohne Stufenangabe
- Laut Handbuch weder staub- noch spritzwassergeschützt
- Kurze Takes mit hoher Bildrate: ca. 5 Minuten C4K 120p (Panasonic, 23 °C, Kaltstart)
- Ca. 420 Aufnahmen pro Akkuladung mit Monitor, 410 mit Sucher
- Sensor im 4/3-Typ: weniger Fläche als die APS-C-Sensoren in Kompakten wie X100VI oder GR IV
Im Detail
Zoom statt Festbrennweite
Das Objektiv ist ein Leica DC Vario-Summilux mit 10,9–34 mm. Panasonic gibt für 4:3, 3:2 und 16:9 dieselben 24–75 mm Kleinbildäquivalent an, und die Bildgrößen zeigen, warum: Die Dateien in 3:2 und 16:9 sind breiter als die in 4:3 (5.408 und 5.664 Pixel gegenüber 5.200). Wer auf 3:2 oder 16:9 umstellt, verliert also die 24 mm nicht. Nur 1:1 wird mit 28–88 mm enger.
f/1,7 im Weitwinkel und f/2,8 im Tele sind der Kern dieser Kamera. Eine Festbrennweiten-Kompakte bietet einen Bildwinkel, die L10 einen 3,1-fachen Zoom, ohne unter f/2,8 zu fallen. Im AF-Makro geht es im Weitwinkel bis 3 cm heran, mit einem Abbildungsmaßstab von 0,22x (0,48x KB-äquivalent). Ein eingebauter ND-Filter steht nicht in Panasonics Datenblatt; für Video bei f/1,7 in hellem Licht brauchen Sie also einen 43-mm-Schraubfilter.
Video: Schlagzeile und Kleingedrucktes
An der Spitze stehen 5,6K (5.632 × 2.976, 17:9) mit 59,94p sowie C4K und 4K mit 119,88p, jeweils mit 300 Mbit/s in 10 Bit H.265, dazu C4K und 4K mit 59,94p in 600 Mbit/s 4:2:2 All-Intra. 5,6K markiert Panasonic als Modus mit vollem Bildbereich (FULL); der 4:3-Modus 4,4K nutzt PIXEL/PIXEL, wofür Panasonic keinen Crop-Faktor nennt. Als Log-Profil gibt es V-Log, für das Panasonic bis 60 B/s Sensorausgabe 13+ Stufen Belichtungsspielraum angibt.
Die Grenzen stehen in derselben Tabelle. Bei 23 °C und Kaltstart nennt Panasonic mit Thermal Management „Standard“ ca. 5 Minuten Daueraufnahme in C4K 120p, 10 Minuten in C4K 60p 4:2:2 und 15 Minuten in C4K 30p; „Hoch“ verlängert das auf 6, 10 und 20 Minuten. Der elektronische Stabilisator steht über 100p nicht zur Verfügung, 4K120 verlässt sich also allein auf die 2-Achsen-Stabilisierung im Objektiv. 600 Mbit/s entsprechen 75 MB/s dauerhafter Schreibrate, genau dem, was V90 garantiert; Panasonic führt UHS-II-V90-SDXC-Karten als kompatibel.
Autofokus und Tempo
Die Phasenerkennung mit 779 Punkten arbeitet zusammen mit Kontrast-AF über 315 Felder und Panasonics DFD. Automatisch erkannt werden Menschen, Tiere, Autos, Motorräder und Fahrräder, Züge und Flugzeuge, laut Panasonic bis −5 EV bei f/1,7. Mechanisch sind 11 B/s möglich, mit kontinuierlichem AF 9 B/s; elektronisch geht es bis 30 B/s, wobei die Pre-Burst-Modi auch Bilder von vor dem vollen Durchdrücken behalten.
Den Puffer gibt Panasonic mit mehr als 55 RAW in den Modi H/M/L und 45 Bildern bei 30 B/s an. In hellem Licht ist die Grenze des mechanischen Verschlusses von 1/2.000 s bei f/1,7 schnell erreicht; elektronisch sind bis 1/32.000 s möglich.
Handling, Akku und Bauweise
Mit 508 g samt Akku und Karte liegt die L10 nahe an den 521 g, die Fujifilm für die X100VI angibt, und wiegt fast doppelt so viel wie die GR IV mit 262 g. Dafür bekommen Sie einen 0,39-Zoll-Sucher mit 2,36 Mio. Punkten und einen frei dreh- und schwenkbaren 3,0-Zoll-Monitor. Den Akku DMW-BLK22 bewertet Panasonic mit ca. 420 Aufnahmen über den Monitor und 410 über den Sucher. Die ebenfalls genannten 1.000 Aufnahmen gelten für den Energiesparmodus des Suchers mit Ruhezustand nach einer Sekunde; mit dieser Zahl sollten Sie keinen Tag planen. USB-C mit 10 Gbit/s übernimmt Laden, Stromversorgung und den Webcam-Betrieb.
Beim Gehäuse ist das Handbuch eindeutig: Die Kamera ist weder staub- noch spritzwassergeschützt und auch nicht wasserdicht. Bei einer Kamera für unterwegs ist das der Punkt, den Sie am sorgfältigsten abwägen sollten.
Wie diese Note zustande kommt
8,4 von 10
- Bildqualität Gewicht 25% 8,0
20,4MP Four Thirds hinter einem Leica-Zoom 24-75 mm f/1,7-2,8
- Autofokus Gewicht 20% 8,4
Phasen-AF mit 779 Punkten
- Video Gewicht 20% 9,0
5,6K60 und 4K120, V-Log, 4K60 All-Intra mit 600 Mbit/s
- Geschwindigkeit Gewicht 15% 8,6
30 B/s elektronisch, 11 B/s mechanisch (9 mit AF-C)
- Handling und Bauweise Gewicht 20% 8,0
Schwenkdisplay und Sucher mit 2,36 Mio. Punkten bei 508 g, aber nur 2-Achsen-Stabilisierung im Objektiv und keine Abdichtung
Bewertet im Vergleich zu Kompaktkameras mit festem Objektiv. Die Gesamtnote ist das gewichtete Mittel der Zeilen darüber — sie wird gerechnet, nicht gesetzt.
Im Vergleich
| Merkmal | Panasonic L10 | Fujifilm X100VI | Ricoh GR IV | Leica Q3 |
|---|---|---|---|---|
| Sensor | 20,4MP Four Thirds | 40MP APS-C | 25,7MP APS-C | 60,3MP FF |
| Video | 5,6K60 / 4K120 | 6,2K30 | 1080p60 | 8K bis 29,97p |
| AF-Punkte | 779 Punkte | 425 Punkte | Hybrid | 315 Messfelder, hybrid |
| Serie | 30 B/s | 11 B/s | — | 4 B/s mit AF (15 B/s fix) |
| IBIS | 2-Achsen O.I.S. | 6 Stufen | 6 Stufen | 6 Stufen |
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Empfohlenes Zubehör
Unverzichtbares Zubehör für die Panasonic Lumix L10:
ProGrade Digital SDXC UHS-II V90 128GB
Für 600 Mbit/s All-Intra braucht es dauerhaft 75 MB/s, also das V90-Minimum; Panasonic führt UHS-II-V90-Karten als kompatibel.
Panasonic DMW-BLK22
Der Akku, mit dem Panasonic die L10 bewertet: ca. 420 Aufnahmen pro Ladung über den Monitor.
Mehr Ausrüstungs-Ratgeber: Beste StativeBeste KamerataschenBeste SD-Karten
FAQ
Hat die L10 eine Stabilisierung im Gehäuse?
Nein. Stabilisiert wird mit POWER O.I.S. im Objektiv, laut Handbuch auf zwei Achsen, und Panasonic nennt dafür keine Stufen. Für Video kommt ein elektronischer Stabilisator hinzu, allerdings nicht bei Zeitlupe/Zeitraffer, Live-Cropping und über 100p.
Ist die L10 abgedichtet?
Nein. Laut Panasonics Handbuch ist die Kamera weder staub- noch spritzwassergeschützt noch wasserdicht, und die technischen Daten im selben Handbuch führen Spritzwasserschutz mit „Nein“.
Wie lange kann sie in 4K aufnehmen?
Dateien werden unter 72 Mbit/s nach 30 Minuten geteilt, darüber nach 3 Stunden 4 Minuten. Enger ist die Temperaturgrenze: Bei 23 °C und Kaltstart nennt Panasonic mit „Standard“ ca. 10 Minuten C4K 60p 4:2:2, 15 Minuten C4K 30p und 5 Minuten C4K 120p, mit „Hoch“ 10, 20 und 6 Minuten.
Was bedeutet die Akkuangabe von 1.000 Aufnahmen?
Sie gilt für den Energiesparmodus des Suchers mit einer Sekunde bis zum Ruhezustand. Die üblichen Werte nach CIPA sind ca. 420 Aufnahmen über den Monitor und 410 über den Sucher.
L10 oder Fujifilm X100VI?
Zoom gegen Festbrennweite. Die L10 hat einen Zoom mit 24–75 mm KB-Äquivalent bei f/1,7–2,8, einen 20,4-MP-Sensor im 4/3-Typ und 5,6K60 / 4K120; die X100VI hat eine 35-mm-äquivalente Festbrennweite mit f/2, einen APS-C-Sensor mit 40,2 MP und eine Stabilisierung im Gehäuse mit 6 Stufen. Die ganze Gegenüberstellung finden Sie unter Panasonic Lumix L10 vs Fujifilm X100VI.
Unsere Empfehlung
Die L10 ist die Kompakte für alle, die einen lichtstarken Zoom und ernsthafte Videodaten in einem einzigen Gehäuse von 508 g wollen und mit Stabilisierung nur im Objektiv und fehlender Abdichtung leben können.
Kaufen Sie sie, wenn: Sie 24–75 mm in einer Kamera wollen, Video in 4K60 oder 5,6K60 in kurzen Takes drehen und Wert auf einen schwenkbaren Monitor und einen Sucher in einer Kompakten legen.
Überspringen Sie sie, wenn: Sie mit einer Brennweite fotografieren und den größeren APS-C-Sensor einer Festbrennweiten-Kompakten wollen, eine Stabilisierung im Gehäuse brauchen, bei Regen oder Staub arbeiten oder lange Daueraufnahmen in 4K120 benötigen.